Unermüdlicher Bodenverbesserer

 

Der Regenwurm ist das größte der Milliarden an Kleinlebewesen die dem Gärtner helfen abgestorbene pflanzliche und tierische Bestandteile in hochwertigen Boden umzusetzen. Außerdem lockert, belüftet und mischt er das Erdreich mit seiner unaufhörlichen Grabetätigkeit. Das ganze Tier besteht eigentlich nur aus Darm und stopft vorne ständig Erde und organisches Material in sich hinein, was dann auf der andern Seite als hochwertigster Humus angereichert mit Stickstoff, Phosphor, Kali, Magnesium und Kalk den Wurm wieder verlässt.

Regenwurm auf einem Blatt

So bildet der Regenwurm den nahezu perfekten Düngerproduzenten und das auch noch in Massen, in einem Hektar guten Ackerboden leben bis zu 130000 Regenwürmer, die zusammen das Gewicht einer ganzen Kuh haben, daher wird der Regenwurm auch als Kuh im Acker bezeichnet. In einem Jahr setzen diese Tiere das 70 fache des eigenen Gewichts in wunderbaren, feinen Humus um, das heisst auf einem einzigen Hektar pro Jahr Humus in der Masse von 70 Kühen also ungefähr 25 Tonnen bester Humus ! Zusätzlich durchziehen diese Tiere den Boden mit unzähligen, mit besten Nährstoffen ausgekleideten Gängen, durch die das Wasser schnell zu den Pflanzenwurzeln gelangt und denen die Pflanzenwurzeln gerne folgen.

 

Regentropfen an Grashalmen

Regenwürmer sind Zwitter, das heisst Männchen und Weiblich zugleich, aber nicht selbstfruchtbar. In feuchten Nächten steigen die Würmer aus dem Erdreich auf und umwickeln sich lange, wobei sie sich gegenseitig befruchten. Danach verschwinden sie wieder im Erdreich und legen ihre Eier. Bei starken Regengüssen kommen die Würmer in Scharen an die Erdoberfläche, da sie in den gefluteten Röhren ertrinken können, daher der Name Regenwurm. Wird ein Regenwurm ungeschützt dem Sonnenlicht ausgesetzt, wird seine Blutsubstanz zerstört und er stirbt. Weltweit gibt es viele verschiedene Regenwurmarten, wobei in Mitteleuropa haupsächlich der Mist- oder Kompostwurm und der Ackerwurm.Kompostwürmer werden 6-8 cm lang und dind hellrot. Sie brauchen viel Feuchtigkeit und Wärme und leben von frischer organischer Substanz, daher ist der Komposthaufen der ideale Lebensraum. Sie vermehren sich sehr schnell. Ackerwürmer sind deutlich grösser, dicker und eher braun bis graubraun gefärbt. Sie haben ein flaches Schwanzende. Sie dringen sehr tief in den Boden ein. Sie fressen hauptsächlich Laub, Erde und Wurzelstücke. Obwohl Regenwürmer keine Schädlinge vertilgen gehören sie trotzdem zu den wichtigsten Nützlingen überhaupt und in jedem Garten unverzichtbar. Der Selbstversorger sollte alles dafür tun dass sich diese wichtigen Tiere bei ihm wohl fühlen. Dazu gehört in erster Linie, offene Bodenflächen zu vermeiden und die Böden mit Mulch zu versorgen. Wer über schlechte Böden verfügt oder gerade erst auf biologische Wirtschaftsweise umstellt kann diese Tiere auch in Kisten, ähnlich einem Komposter regelrecht züchten. Als Start gibt es auch Würmer zu kaufen die es dann zu Hegen und zu pflegen gilt, dann werden sie es mit reichlicher Vermehrung danken.

 

Regenwurm auf einer Hand

Regenwürmer züchten:

Am besten baut man eine Kiste, ähnlich einem Komposter aber mit geschlossenen Seitenwänden. Ein gutes Maß dürfte etwa eine Kiste von 1 x 1 m und 1,20 m Höhe sein, was aber nicht so genau hält.
In diese füllt man dann eine Schicht Stroh und / oder Laub, darüber füllt man den Kasten gemischt mit Kompost, Pflanzenabfällen und wenn verfügbar Stallmist auf. Dazwischen wird etwas Steinmehl und Tonmehl eingebracht. Dann wird alles gut durchfeuchtet und die gesammelten oder gekauften Würmer eingesetzt.
Mit Brettern und Tüchern deckt man das Ganze dann noch ab. Nun gilt es darauf zu achten dass der Kasten immer über die richtige Feuchtigkeit und gemässigte Temperaturen verfügt. Um die Würmer zu ernähren eignen sich Grünabfälle, und hier besonders Lauch und Zwiebelreste sowie Obsttrester. Kaffesatz und feuchte, zerkleinerte Wellpappe sind ebenfalls gefragte Leckerbissen. Wenn sich die Würmer dann so 4 bis 6 Monate wohl gefühlt und gut vermehrt haben, dann können sie in den Garten umgesiedelt werden, wobei es eigentlich wichtiger ist möglichst viele Wurmeier umzusiedeln, da die ausgewachsenen Würmer einen solchen Umzug nicht besonders lieben. Die frisch geschlüpften Würmchen werden sich dann voller Tatendrang in ihrem Neuen Refugium ans Werk gehen.



Amsel frisst einen Regenwurm

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