Gänsemagd
Die weiteste Verbreitung hatte die Gänsehaltung im Mittelalter

Mit dem Huhn ganz vorne

In Europa nimmt die Gans zusammen mit dem Huhn den Führungsplatz unter den Nutzgeflügeln ein. Vorwiegend in den osteuropäischen Ländern, wie Ungarn und Russland aber auch in Frankreich stellt die Gans einen hohen Wirtschaftsfaktor dar. Die Hauptnutzung der Gans liegt in der Fleisch, Fett, Fettleber und Federnproduktion, wobei die Produktion von Fettleber für den Selbstversorger allein aus Tierschutzgründen nicht in Frage kommen sollte.

 

 

 

Beginn der Gänsehaltung in Mitteleuropa weitestgehend unbekannt

Verglichen mit dem Huhn ist die Gans ein relativ junges Haustier. Die Domestikation der Gans begann wohl erst im 2. Jahrtausend vor Christus. Stammform aller Gänse mit Ausnahme der Höckergans ist die Graugans, wohingegen die Höckergans von der ostasiatischen Schwanengans abstammt.

Die Graugans ist die größte und schwerste in Eurasien beheimatete Wildgans.

Die Domestikation der Gans begann im alten Ägypten und wohl fast zeitgleich in Mesopotamien.Ebenso ist bekannt, dass Gänse im antiken Griechenland gehalten wurden, wohingegen der Beginn der Gänsehaltung in Mitteleuropa weitgehend im Dunkel liegt, was unter anderem daran liegt, dass Knochenfunde nicht eindeutig als Hausgänse oder Wildfänge unterschieden werden können.

 

Gänse
Alle heutigen Gänserassen stammen von der Graugans ab die auch immer wieder eingekreuzt wurde

Germanische Daunen beliebt im alten Rom

In Mitteleuropa dürfte die Haltung von Gänsen als Haustiere erst etwa um den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit begonnen haben, was etwa mit dem Aufkommen der Hühnerhaltung zusammenfällt. Es steht zu vermuten, dass der Beginn der Gänsehaltung damit begonnen hat, dass man Eier der Graugans gesammelt und von Hühnern hat ausbrüten lassen, was auch noch Jahrhunderte später in der römischen Kaiserzeit so betrieben wurde. Die Hauptnutzung der Gans zur damaligen Zeit dürfte im Fleisch und auch in der Gewinnung von Federn gelegen haben. Wobei die Daunen der kleinen weißen Gänse aus dem freien Germanien im alten Rom sehr gefragt waren und auf den römischen Märkten hohe Preise erzielten. Auch wurden große Herden an Gänsen aus Germanien nach Rom exportiert, was auf eine ausgeprägte und recht hoch entwickelte Gänsehaltug in Germanien schliessen lässt. Aber auch im römischen Reich war die Gänsehaltung weit verbreitet und es wurde sogar damals schon Stopfleber produziert.

 

Toulouser Gans
Die heutigen Gänserassen werden in leichte und schwere Rassen unterteilt so dass jeder Selbstversorger die für ihn passende Rasse finden kann

Blütezeit der Gänsehaltung im Mittelalter

Im Mittelalter war die Gänsehaltung weit verbreitet und lag in ihrer Anzahl direkt nach dem Huhn. In einigen Küstengebieten sogar noch vor der des Huhns. Die große Anzahl von gefundenen Gänseknochen auf Burgen lässt vermuten, dass Gänse eine sehr beliebte Abgabe an den Lehnsherren war. Größenmäßig entsprach die Gans bis in die frühe Neuzeit hinein weitgehend der Urform, also der europäischen Graugans.

 

Gänse Selbstversorger
Eine muntere Gänseschar bereichert jeden Selbstversorgerhof

 

Selbstversorger sollten sich eine passende Rasse aussuchen

Die Gans selbst hat in ihrer doch recht langen Domestikationsgeschichte im Vergleich zu anderen Geflügelarten relativ wenig Veränderungen erfahren, was auch daran liegt, dass bis in die Neuzeit hinein immer wieder Graugänse eingekreuzt wurden.

Die Rassebildung der Gans erfolgte im Gegensatz zu anderen Geflügelarten hauptsächlich in Europa.

Heute unterscheidet man etwa 10 Gänserassen die nach Gewicht und Brutleistung in leichte und schwere Rassen und in Legegänse und Brutgänse eingeteilt werden.

Die Emdener Gans ist ein Vertreter einer schweren Rasse mit einem Gewicht der Ganter von 11 bis 12 Kg und der Gänse von 10 bis 11 Kg, wohingegen die Diepholzer Gans als Vertreterin einer leichten Brutgans bei einem Gantergewicht von 6,5 Kg und der Gänse von 5,5 Kg deutlich niedriger liegt.

Demzufolge sollte ein Selbstversorger sich eine Gänserasse raussuchen, die aufgrund ihrer Fleisch oder Legeleistung am besten zu seinen persönlichen Bedürfnissen und der Zahl der hungrigen Mäuler passt.

 

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