Die eigentliche Gerbung ist der wichtigste von vielen Arbeitschritten beim Gerben

 

Bei der Wahl der richtigen Gerbemethode ist es entscheidend, was man gerben möchte und was für ein Leder entstehen soll.Nur wer weiss welches Ergebnis er erzielen möchte,wird die richtige Methode finden um dieses Ergebnis zu erreichen. Die verschiedenen Gerbmethoden reichen von der einfachen Konservierung mit Alkohol und Pestiziden für die Konservierung von Bälgen von Kleinsäugern für wissenschaftliche Sammlungen, über die Gerbung von Bälgen zur Tierpräpation, als Wandbehang oder Vorleger bis hin zu hochwertigsten weichen Pelzen und natürlich den verschiedensten Ledern für alle möglichen Anwendungen.
Je nach Anspruch kann man so ein mehr oder weniger aufwändiges Gerbeverfahren wählen.

 

Gerberei in Marokko

Gerbemethoden

 

Viele der möglichen Gerbemethoden sind aber auch so flexibel, dass sich damit verschiedene Leder für verschiedene Anwendungen herstellen lassen.
Für das Endergebnis entscheidend sind vor allem die Vorbehandlung und die Fettung.
Einige Beispiele für die verschiedenen Einstzzwecke und die passenden Verfahren :
Sohlen und Riemen : pflanzliche Gerbung oder Alaungerbung

Wandtteppiche und Vorleger: Alaun, Aluminiumgerbung oder Chromgerbstoffe

Pelzfelle: Chromgerbung, Aluminiumgerbung

Glacee-Leder: Alaungerbung, Aluminiumgerbung

Handschuh-Leder: Chromgerbung, Sämischgerbung

Polster-Leder: Chromgerbung

Hosenleder: Fettgerbung (Schwefelsäure), Sämischgerbung

Fensterleder: Transämischgerbung



Selbstverständlich ist das Feld der Lederarten und deren Einsatzzwecke noch weitaus grösser, aber der Hobbygerber dürfte in den oben genannten Lederarten für seine Zwecke üblicherweise schon fündig werden.Höher spezialisierte Ledersorten verlangen üblicherweise auch schon ein deutlich höheres Mass an Erfahrung. Sollten Sie sich aber nach einigen Versuchen an den Standart-Ledersorten trotzdem weiter hinaus wagen sollen, so verlangen Sie von ihrem Händler für die benötigten Gerbmittel und Hilfsmittel die entsprechenden Merkblätter und halten sich genau an die Vorgaben in diesen.Generell besteht leider das Problem, dass die meisten Gerb- und Hilfsmittel fast ausschliesslich in Großmengen an die Lederindustrie vertrieben werden und nur sehr eingeschränkt für den Hobbygerber in den von ihm benötigten Kleinmengen zu beziehen sind.Leider hilft auch hier das Internet nur wenig weiter, wo man ja sonst eigentlich fast alles bekommt. Die Zahl der Menschen die sich mit dem Thema beschäftigen und die Mittel in Kleinmengen beziehen ist leider zu klein, als das sich ein Shopbetreiber mit diesen Artikeln befassen würde. Auch die Hersteller, meist grosse Chemieunternehmen, haben leider wenig Interesse daran, den Bedarf einzelner Kleinanwender zu bedienen.
So hängt leider momentan die Wahl des Gerbverfahrens neben den fachlichen Gesichtspunkten massgeblich davon ab, welche Gerbmittel man beziehen kann. Denn das beste Gerbverfahren nützt einem leider wenig, wenn man die dafür benötigten Mittel einfach nicht bekommt. Daher werden im folgenden auch nur Gerbemittel beschrieben die momentan für den Kleinanwender erhältlich sind. Für Tipps zum Bezug von Gerbemitteln sind wir immer dankbar und bitten uns diese mitzuteilen.

Historischer Gerber bei der Arbeit am Scherbaum
„Gerber“. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gerber.jpg#/media/File:Gerber.jpg

Zu guter letzt sei jedem Hobbygerber zu empfehlen, ein Tagebuch über seine Arbeiten zu führen. Dasgilt insbesondere für den Anfänger, aber auch den Fortgeschrittenen, wenner sich an unbekannte Arbeiten traut.Man sollte sich möglichst viele Notizen über die Art der Häute, deren Gewicht und Beschaffenheit, die verwendeten Mittel mit ihren Konzentrationen und deren Einwirkzeiten, die vorherrschenden Temperaturen, ggf. auch der Witterung und natürlich auch die erzielten Ergebnisse machen.Diese dann selbst zusammengestellte Datensammlung kann eine sehr gute Informationsquelle sein um Fehler zu vermeiden und bessere Ergebnisse zu erzielen, insbesondere wenn man längere Pausen zwischen den einzelnen Gerbedurchgängen hat, weil man zum Beispiel immer im Herbst schlachtet und dann im Winter gerbt. Es ist erstaunlich, was man alles in einem halben Jahr vergisst, wenn man sich keine Notizen gemacht hat.

 



zum Trocknen ausgelegtes Leder auf einem Dach in Marokko

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