Dass Holz als Brennstoff für einen Selbstversorger die erste Wahl ist, liegt auf der Hand. Erstens kann er den Bedarf aus dem eventuell eigenen Wald decken, aber auch wenn er nicht über diesen verfügt wird wohl immer mal wieder Holz anfallen, dass man mit verfeuern kann, und die meisten Geräte die zum Holz machen gebraucht werden sollten ohnehin auf dem Hof vorhanden sein. Wenn man das Holz dann selbst hauen und aufarbeiten kann, kommt man auch relativ günstig an die Möglichkeit dieses zu tun. Sei es als Selbstwerber im Forst oder auch nur wenn man einem Bekannten oder Nachbarn hilft einen störenden oder kranken Baum zu entsorgen. Natürlich sollte man sich vorher die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten aneignen, denn Baumfällarbeiten sind immer gefährliche Arbeiten !

 

Axt mit Anfeuerholz



Für größere Selbstversorgerwirtschaften sind gewiss auch Hackschnitzel eine interessante Alternative zum klassischen Brennholz da sie deutlich komfortabler zu bedienen sind. Zwar ist der Aufwand sie in einer Selbstversorgung selbst herzustellen deutlich größer als im Vergleich zum klassischen Brennholz, da dafür zumindest ein grosser Häcksler zur Verfügung stehen muss, dafür haben sie aber dann den Vorteil, dass man damit eine Hackschnitzelheizung fast komplett automatisiert fahren kann, die in ihrem Bedienkompfort schon sehr nahe an eine moderne Öl- oder Gasfeuerung heran kommt. Das Häckseln der in der Selbstversorgung erzeugten Holzvorräte kann man aber ruhigen
Gewissens durchaus aber auch einem professionellen Lohnunternehmer überlassen der einen guten Wintervorrat in wenigen Stunden zu einem grossen Haufen Hackschnitzel verwandelt und einem so ein warmes Heim beschert. Bei entsprechendem Anfall dünnen Holzes kann man als Selbstversorger zum Beispiel aber auch dieses das ganze Jahr über zum Beispiel mit einem Häcksler am Schlepper häckseln und sammeln. Das erfordert zwar auch einen gewissen finanziellen Einsatz und verbraucht einen gewissen Teil üblicherweise fossiler Energie, ist aber noch in keinster Weise vergleichbar mit der direkten Verfeuerung von Öl oder Gas und auch nicht mit der Herstellung von Pellets, zu denen man als Selbstsorger ja auch im gegensatz zu den Hackaschnitzeln so gut wie nichts aus der eigenen Selbstversorgerwirtschaft zusteuern kann.

 

Löwenzahnblüte auf Hackschnitzeln



Holz im Wald



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Heutzutage werden wohl die allerwenigsten Selbstversorgungen ganz auf Verbrennungsmotoren verzichten wollen und können, zumindest nicht wenn man als Selbstversorger am modernen Leben teilnehmen möchte und nicht ein Einsiedlerleben führt wie etwa die Amish in den USA. Selbst wenn man Pferdekraft einsetzt wo immer es möglich ist wird man doch meist auch einen Traktor betreiben oder zumindest einen Radlader, und auch auf ein Auto möchten wohl die wenigsten verzichten. Möchte man als Selbstversorger nachhaltig leben wird dieser Umstand, dass man damit fossile Energie verbraucht immer ein kleiner Wehrmutstropfen sein. Wie ideal stellt sich da die Möglichkeit dar, zumindest Dieselmotoren mit Pflanzenöl zu betreiben ? Man baut auf seinen Ackerflächen Ölpflanzen an, die zum Einen gut in den Fruchtwechsel passen und somit dem Boden gut tun, zum anderen als hervorragende Bienenweide für die hofeigene Imkerei dienen, dann presst man aus den Ölsaaten auf dem eigenen Hof mit einer kleinen Ölpresse die idealerweise mit selbst erzeugtem Strom betrieben wird, das Pflanzenöl heraus, dass so wie es da raus kommt zu verwenden ist und kann die entstehenden Pressreste noch hervorragend als Viehfutter verwenden... Besser geht es doch gar nicht und dann fährt man damit CO2 neutral ! Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es da aber leider noch... denn die Politik hat natürlich sofort reagiert, und somit ist Pflanzenöl das als Kraftstoff verwendet wird Mineralölsteuerpflichtig ! So viel zu den laut verkündeten Absichten erneuerbare Energien fördern zu wollen... Ein Schelm der Böses dabei denkt 😉

 

Schubkarre am Misthaufen



Zu guter Letzt wird sich jeder Selbstversorger früher oder später mit den Möglichkeiten befassen, sich auch mit Strom selbst zu versorgen, sei es um Geld zu sparen, den Gedanken der Autarkie und Nachhaltigkeit zu vervollständigen oder einfach einen abgelegenen Bauwagen oder eine Hütte mit Strom zu versorgen. Glücklicherweise gibt es auch hierzu mittlerweile unzählige Möglichkeiten in jeglicher Grössenordnung und für jeden Bedarf um sich aus Sonne, Wasser, Wind, Pflanzenöl und sogar Biogas selbst mit Stromzu versorgern, auch wenn vor allem für die kleinen Lösungen viel Erfindergeist und Tüftelarbeit erforderlich ist, wofür es aber bereits auch erprobte Beispiele gibt. Und die Freude am Erfolg ist ja nachher um so grösser je schwieriger der Weg war...

 

 

Mühlrad