Alte Holztür in einer Bruchsteinwand

Die richtige Lagerung der mühsam produzierten
Ernte ist selbstverständlich ein zentrales Thema für jeden Selbstversorger, denn es ist ja nun wirklich mehr als ärgerlich wenn man mit viel Arbeit und großer Sorgfalt das ganze Jahr über hervorragende Produkte produziert und diese dann aufgrund ungünstiger Lagerbedingungen verderben und schlussendlich nur noch für den Müll oder bestenfalls den Kompost taugen…Da kann einem schnell die Lust an der Selbstversorgung abhanden kommen. Wobei wir uns heute ja in der glücklichen Lage befinden, daß ein solcher Fall nicht gleich Hungersnot und Lebensgefahr für die ganze Familie bedeutet wie es früher war. Damals war die Bedeutung einer guten Vorratshaltung gar nicht hoch genug anzusetzen !Daher macht es grossen Sinn, sich bereits weit vor der ersten Ernte damit zu befassen und die benötigten Bedingungen zu schaffen. Zwar kann man einiges an Obst und Gemüse durch Einkochen und Verarbeiten haltbar machen, welches sich dann leichter lagern lässt und heutzutage stellt die Tiefkühltruhe eine große Hilfe dar… Nur ist meistens der Platz in dieser ja nun auch begrenzt, sie verursacht Kosten und letztendlich ist sie Stromabhängig, was bei längeren Stromausfällen, die ja nun auch in unseren Breiten theoretisch möglich sind, unweigerlich zum Verderb des gesamten Inhalts führt…

 

Alter Keller



Dahingegen stellt ein gut gebauter Lagerkeller oder Dachboden, je nach den Ansprüchen des Lagergutes, richtig geführt einen fast krisensicheren Lagerort dar, aus dem auch noch im späten Winter die Entnahme qualitativ hervorragender Früchte und Gemüse möglich mit denen sich dann fast wie mit frischem Gemüse köstliche Gerichte zaubern lassen. Leider sind die meisten heute erbauten Keller in keinster Weise geeignet eine solche Lagerhaltung zu ermöglichen,da sie in der Regel gegen das Erdreich gedämmt sind, Standort der Heizungsanlage und deshalb viel zu warm sind. Durch die Verwendung von üblicherweise Beton als Baumaterial für den Keller ist das Klima zudem zu trocken. Daher bietet sich jedem der nicht über einen geeigneten Keller verfügt, aber ein größeres Stück Land zur Verfügung hat an, dort eine Lagermöglichkeit für sein Obst ud Gemüse zu schaffen, sei es in Form einer einfachen Erdmiete, eines selbstgebauten Naturkellers oder eines sehr komfortablen vorgefertigten Ziegel-Gewölbekellers...entscheidend ist in jedem Fall das Material, das 100% natürlich und feuchteregulierend sein muss. Die Erdmiete wird mit Stroh und Lehm selbst gebaut und stellt eine zweckdienliche und einfache Möglichkeit dar, robustes Gemüse wie Kohl, Kartoffeln und Rübenarten im Garten zu überwintern. Für Obst ist die Erdmiete nicht geeignet.

Tür zu einem Aussenkeller

Früher gehörten Gewölbekeller zur Standard – Ausrüstung des Hauses. Bedenkenlos lässt sich hier beides, Obst und Gemüse auch in großer Menge bedenkenlos lagern. Früher wurde das Gewölbe zeitaufwändig handgemauert, heute ist der Bau mit Hilfe vorgefertigter Bauelemente einfach geworden. Bestenfalls ist der Gewölbekeller oder auch Erdkeller genannt, mit Ziegelsteinen gebaut, also gebranntem Lehm, einem Baumaterial das sehr gute Klimaeigenschaften aufweist. Ziegel können aufgrund des offenporigen Materials sehr gut Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben, wenn die Raumluft zu Trockenheit neigt. Das Klima bleibt also stets gleichbleibend feucht. Durch den Einbau des Gewölbe- oder Erdkellers im Garten möglichst tief unterflur ist dieser das ganze Jahr über erdtemperiert, im Winter frostfrei und im Sommer schön kühl. Gewölbe sind statisch gesehen prädestiniert hohe Erdlasten aufzunehmen. Sollte ein entsprechend tiefer Einbau nicht möglich sein, lässt sich auch ein Erdhügel über dem Erdkeller aufschütten. Auch in kleinen Gärten ist dies am Randbereich möglich, die Erde kann mit einer kleinen Stützmauer nach aussen abgefangen werden und dient gleichzeitig als Sichtschutz, ein Garten in Hanglage wäre für den frei stehenden Einbau ideal geeignet. Wer über ein Untergeschoss verfügt hat auch die Möglichkeit den Erdkeller direkt hier anzubauen. Direkt und bequem vom UG aus gelangt man so in den tiefen Gewölbekeller, was im Alltag sehr praktisch ist. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Gewölbekeller klimatisch gegen das Untergeschoss gedämmt ist, damit das Klima bestmöglich erdtemperiert und so das ganze Jahr über gleichmäßig kühl ist. Dabei gilt je kühler und feuchter, desto besser für Obst und Gemüse solange noch über dem Gefrierpunkt. Weiter sollte der Lagerkeller absolut dunkel sein, da Wurzelgemüse durch Lichteinfall austreibt. Die Belüftung erfolgt über Zu- und Abluftrohre und sollte gut funktionieren. Durch das Schwerkraftprinzip funktioniert die Belüftung jedoch meist von alleine. An warmen Tagen über 15° C sollte die Lüftung gestoppt werden, um ein Erwärmen des Lagerkellers zu vermeiden. Im Sommer darf also nur in kühlen Nächten gelüftet werden. Ohnehin würde die warme Luft durch Unterschreiten des Taupunktes im Keller für zu viel Feuchte sorgen.



Und für den ganz Experimentierfreudigen gibt es natürlich auch die Möglichkeit, sich einmal an einem Eiskeller zu versuchen... wenngleich dies bei den zunehmend milder werdenden Wintern schon eine besondere Herausforderung darstellt.

Alter Dachboden

Auch die Dachböden in modernen Gebäuden erfüllen leider schon lange nicht mehr die Anforderungen um dort Vorräte gut lagern zu können, zumal diese heutzutage ja auch immer mehr als normaler Wohnraum genutzt werden...
Aber auch hier gibt es durchaus kreative Ideen um auf einem eigenen Stück Land Möglichkeiten zu schaffen um dementsprechend zum Beispiel seine getrockneten Zwiebeln lagern zu können...

 

Getrocknete Zwiebeln hinter einem Fenster



Kellertreppe