Sorgfältige Arbeit von Nöten

 

 

Das Enthäuten ist bei Tieren die der menschlichen Ernährung dienen Bestandteil der Schlachtung bzw. des Zerwirkens. Bei Tieren die nicht der menschlichen Ernährung dienen kann wie zum Beispiel Fuchs oder Marder oder verendeten Nutztieren stellt das Fell jedoch trotzdem einen wertvollen Rohstoff dar, wodurch es sich durchaus lohnt auch diese Tiere zu enthäuten. Idealerweise häutet man das frischtote, noch warme Tier. Je sorgsamer man beim Enthäuten vorgeht, umso weniger Arbeit hat man später bei der Entfernung überschüssiger Fleisch- und Fettreste, dem sogenannten Entfleischen.Auf jeden Fall sollte man zum Enthäuten nur wirklich scharfe Messer verwenden, da man mit stumpfen Messern die Haut schneller beschädigt da man mit ihnen viel mehr Kraft aufwenden muss und nicht so präzise arbeiten kann. Außerdem verdirbt einem ein stumpfes Messer schnell die Freude an der Arbeit. Wenn man gut arbeiten will, lohnt sich sicher die Anschaffung qualitativ hochwertiger Messer samt Utensilien zum Schärfen. Auch sich mit der Kunst des Schärfens vertraut zu machen macht sicher Sinn.


 


Erlegtes Wildschwein



Grundsätzlich geht man eigentlich bei allen Tierarten gleich vor.Üblicherweise hängt man das Tier an den Hinterbeinen mit der Bauchseite zu sich gewandt auf.Dazu sticht man direkt unterhalb des Fersengelenkes ein Loch zwischen Knochen und Sehne in das man entweder einen (Fleischer)haken einhängtoder das Tier direkt daran an Nägeln aufhängt, und zwar so, dass die Innenseite der Beine nach aussen gedreht sind. Diese Vorgehensweise verbietet sich natürlich, wenn man das Fell bis zu den Pfoten hin abziehen und nutzen will. In dem Fall muss man das Tier auf einem Tisch abhäuten. Bei dem aufgehängten Tier sticht man nun wieder unterhalb des Gelenkes an dem das Tier aufgehängt ist schräg nach unten ein und schneidet in einem glatten Schnitt bis zur Aftergegend. Das wiederholt man dann natürlich am zweiten Bein. An den Vorderbeinen führt man den entsprechenden Schnitt bis in die Brustmitte.Am Beginn der vier Schnitte trennt man die Haut mit einem Schnitt rings um Bein ab. Nun führt man einen langen geraden Schnitt vom After bis zur Schnauzenspitze. Das restliche Fell löst man nun durch kräftiges Ziehen und vorsichtiges Schneiden mit dem Abhäutemesser vom Körper. In vielen Fällen geht das auch durch sogenanntes Fausten, bei dem man mit der Faust zwischen Fleisch und Haut das Fell abstösst. Damit beginnt man immer vom After an und arbeitet sich Richtung Kopf vor. Bei manchen Tieren, wie zum Beispiel Fuchs und Marder belässt man üblicherweise den Schwanz am Fell.Dazu muss der Kern entfernt werden. Hierzu legt man die Schwanzwurzel frei und klemmt den Kern zwischen zwei Hölzern oder auch einem Scherengriff ein und schiebt quasi damit die Haut vom Kern in Richtung Schwanzspitze herunter. Um die Ohren, Augen und die Schnauze muss man die Ränder vorsichtig heraus trennen.

 

Fell auf einem Holzgestell

 

Bei einigen Tierarten, wie zum Beispiel Kaninchen und Hasen, kann man sich das Auftrennen der Bauchseite und der Vorderläufesparen da sie sich sehr leicht abhäuten lassen. Hierbei trennt man nur das Fell an den Hinterbeinen auf und löst den Schwanz aus. Dann zieht man das Fell bis zu den Vorderläufen ab, löst diese aus und zieht dann das Fell sprichwörtlich über die Ohren. Wenn man das ein paar mal gemacht hat, kann das sehr schnell gehen.Bei Tieren mit dicker Fettschwarte wie Dachs, Wildschwein und Robbe kann man entweder sich beim Abhäuten die Zeit nehmen das Fett mit vielen kleinen Schnitten direkt von der Haut zu trennen und am Tierkörper zu belassen oder bei Zeitmangel das Fett am Fell zu belassen. Im zweiten Fall salzt man es kräftig ein und muss es später am Scherbaum entfernen.

 



Direkt nach dem Häuten kann man bereits anhaftende Fleisch- und Fettreste grob von den Fellen entfernen,diese muss man dann erst gar nicht mit konservieren. Das eigentliche Entfleischen sollte man aber erst nach dem Wässernoder auch nach dem Pickeln durchführen. Schneidet man Fleisch und Fettrestemit einem Messer ab muss man peinlich geneu darauf achten nicht zu tief in die Haut hinein zu schneiden um keine Löcher zu produzieren.

 

Historischer Gerber bei der Arbeit am Scherbaum
„Gerber“. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gerber.jpg#/media/File:Gerber.jpg

 

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