Kleine Helfer im Selbstversorgergarten

Ziel eines jeden Biogärtners und Selbstversorgers sollte ein ausgewogenes Gleichgewicht in seinem Garten sein, in dem sich Schädlinge und Nützlinge die Waage halten und die Nützlinge ihre Beutetiere die für den Gärtner Schädlinge sind soweit in Schach halten, dass diese keine nennenswerten Schäden anrichten können. Jeder Gärtner sollte sich bewusst sein, dass jeder Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln auch die dazu gehörigen Nützlinge trifft, entweder unmittelbar durch die direkte Tötung oder durch Entzug der Nahrungsgrundlage. Um die Situation des eigenen Gartens einschätzen zu können sollte jeder Gärtner und Selbstversorger über ein gewisses Grundwissen über die vorkommenden Nützlinge verfügen um diese zu erkennen und zu wissen, was es zu schützen und zu fördern gilt.

Ein Igel am Abend auf einer Stufe

Grundsätzlich hat die Natur gegen jeden Schädling, zumindest wenn er ursprünglich heimisch ist, einen passenden Fressfeind auf Lager.
Wichtig ist nur, dass diese auch genau da und dann zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden, sprich wenn die Schädlinge überhand nehmen und beginnen echte Schäden anzurichten. Grundsätzlich sollte sich jeder Gärtner der seinen Garten biologisch und naturnah bewirtschaften will von dem Gedanken befreien, so denn vorhanden, irgendeinen Schädling komplett ausrotten zu wollen. Erstens wird das ein einzelner Gärtner ohnehin nicht schaffen, und zum anderen hat jedes Geschöpf auf dieser Erde seinen Zweck und seine Daseinsberechtigung.

 

Blindschleiche

Desweiteren ist es ja auch so, dass die hier angesprochenen Nützlinge eben auch auf die dazu gehörigen Schädlinge angewiesen sind, da sie ja ihre Nahrungsgrundlage darstellen oder für Ihre Vermehrung notwendig sind. Würde man also einen Schädling ausrotten oder zu weit zurück drängen, würde auch der dazu gehörige Nützling verschwinden und stünde dann wenn der Schädling zurück kehrt, was er mit ziemlicher Sicherheit tut, nicht schnell genug zur Verfügung um größere Schäden zu verhindern.Das ist das Problem des Pestizideinsatzes, der genau durch diesen Effekt immer neue Pestizideinsätze nach sich zieht. Ein Teufelskreis, der eigentlich nur einen freuen kann, nämlich die Pharma-Industrie. In einem gut funktionierenden Ökosystem wird ein Schädling niemals so überhand nehmen, dass er allzu große Schäden anrichtet, da immer der passende Nützling parat steht um die Schädlingspopulation in Schach zu halten.Sicher wird auch eine geringe Schädlingspopulation in gewissem Umfang Schäden verursachen, aber jeder Gärtner der mit der Natur zusammen arbeiten will sollte und wird diese verkraften können. Eine ganz klare Ausnahme zu den oben genannten Sachverhalten stellen Schädlinge dar, die eingeschleppt wurden und natürlicher Weise in ihrer neuen Umgebung keine Feinde haben. In diesen Fällen kann es durchaus sinnvoll und legitim sein zu versuchen, diese auszurotten, da sie erhebliche Schäden anrichten und ein natürliches Ökosystem extrem stören oder sogar zerstören können.

 

Ein Marienkäfer auf einem alten Stück Holz

Bei der Umstellung eines konventionell bewirtschafteten Gartens hin zu einem biologisch bewirtschafteten Selbstversorgergarten kann es durchaus zu Entgleisungen kommen in denen zeitweise einzelne Schädlinge oder Lästlinge extrem überhand nehmen und grosse Schäden anrichten.Hier gilt es Geduld zu bewahren, die Schäden zu akzeptieren und darauf zu vertrauen, dass sich das natürliche Gleichgewicht früher oder später einstellen wird. Natürlich gilt es auch in dieser Situation Nützlinge so gut es geht zu unterstützen. Wer in einer solchen Situation die Nerven verliert und doch wieder zur vermeintlich einfachen Chemiekeule greift zerstört damit alle bisherigen Bemühungen und darf mit der Umstellung wieder ganz von vorne beginnen was natürlich wahrscheinlicher Weise wieder dazu führt, dass solche Situationen wieder und wieder auftreten. Hat man die schwere Zeit der Umstellung einmal durchschritten und zum Teil auch durchlitten, und hat sich ein festes Ökosystem eingependelt werden solche Katastrophen der Vergangenheit angehören und man kann beim Auftreten von Schädlingen ganz getrost und entspannt auf die Kraft der Natur vertrauen und den Dingen ihren Lauf lassen…



Wer Nützlinge aller Art in seinem Garten oder auch an seinen Gebäuden unterstützen und ihnen ein Obdach bieten will, dem bilden sich viele Möglichkeiten, die zum Teil erstaunlich wenig Aufwand erfordern. Ein erster Schritt ist, seinen Garten grundsätzlich naturnah einzurichten, was an erster und einfachster Selle damit beginnt, einfach auf übertriebene Ordnung zu verzichten. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein biologisch bewirtschafteter Selbstversorgergarten ein verwildertes Chaos darstellen muss. Chaos und Unordnung erschweren die Arbeit, bringen das naturnahe Gärtnern in Verruf und nutzen auch Nützlingen nicht zwingend. Aber wenn man sich ein paar Gedanken macht, ergeben sich sicher in jedem Garten Möglichkeiten auch geornet ein paar Nischen einzurichten, in denen man ein Stück Land mit Brennesseln und anderen Kräutern einfach mal ungemäht lässt, man ein paar Haufen mit Steinen und Altholz oder eine Benjeshecke anlegen kann. Macht man das im Rahmen eines sonst geordneten und planvoll gestalteten Garten, wird auch jeder Laie erkennen, dass diese Dinge bewusst angelegt sind und vielleicht einfach mal nach dem Sinn dieser Maßnahmen fragen, bevor er sich über den vermeintlichen Öko-Spinner aufregt und den Kopf schüttelt.Als weiteren Schritt gibt es dann jede Menge Möglichkeiten Nützlingen alle mögliche Arten von Behausungen und Nisthilfen anzubieten.

 



Regenwurm auf einem Blatt

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