Grundlage allen Lebens

Um erfolgreich einen biologischen Selbstversorgergarten zu bewirtschaften bedarf es eines fundierten Grundwissens über die grundlegenden biologischen Zusammenhänge.
Grundlegendste Basis zur Produktion hochwertiger Gemüse und Früchte ist ein gut ausbalancierter gesunder Boden. Daher sollte ihm zu Beginn jeder gärtnerischen Tätigkeit zu allererst die größte Aufmerksamkeit zukommen. Dazu muss man natürlich erstmal wissen, mit was man es im konkreten Fall zu tun hat.

 

Frisch freigelegte Kartoffeln in einem Selbstversorgergarten

Die eigentliche Bodenschicht in der Pflanzen gedeihen und die somit die Grundlage allen Lebens auf unserem Planeten darstellt ist nur ca. 10 bis 30 cm dick. Wenn man sich die Relation zur Größe des Erdballs vor Augen führt dürfte wohl jedem klar sein wie verletzlich diese hauchdünne Haut ist die so immens wichtig für das Leben auf der Erde ist. Die Grundsubstanz des Bodens besteht aus einigen wenigen mineralischen Grundbestandteilen, die aber in ihrer Zusammensetzung große Variationen aufweisen und an jedem Ort ganz eigene Grundvorrausetzungen für die Bewirtschaftung schafft. Daher sollte sich jeder angehende Selbstversorger zu aller erst genau ansehen womit er es in seinem Fall zu tun hat…

 

Sand rieselt durch eine Hand

Die Bodenarten

Böden lassen sich im groben in 4 Grundarten einteilen:

1. Sandboden:

Charakteristik: Hoher Sandanteil

Eigenschaften: Luft- und Wasserdurchlässig, Leicht erwärmbar, schnelle Abkühlung, geringer Nährstoffgehalt

Vorteile: Leicht zu bearbeiten, gute Luft- und Wasserdurchlässigkeit,

Nachteile: Geringer Nährstoffgehalt, schnelle Austrocknung, Erosionsgefahr

Erkennungsmerkmale: Schlechter Zusammenhalt des Bodens, er rieselt auseinander wenn man ihn in die Hand nimmt. Je nach Sandanteil sind die Sandkörner gut erkennbar.

Maßnahmen: Erhöhug des Humusanteils, Einbringen von Ton- und Steinmehl sowie Kompost, Abdeckung des Bodens.

 

2. Lehmboden:

Charakteristik: Bindige humusreiche und nährstoffhaltige Böden mit hoher Fruchtbarkeit.

Abstufungen von tonig-schwer bis sandig-leicht.

Vorteile: Gute Speicherfähigkeit für Luft, Wasser, Wärme und Nährstoffe. Geringe Austrocknung und Erosionsgefahr.

Nachteile: Je nach Lehmanteil schwer zu bearbeiten, bei schweren Lehmböden schlechter Wasserabzug und Gefahr von Staunässe

Erkennungsmerkmale: Humusreicher Lehmboden bildet beim zerbröckeln kleine Krümel die zusammen haften ohne „matschig“ zu verkleben.

Maßnahmen: Gute normale Bodenpflege. Einbringen von Kompost, Boden abdecken und Fruchtwechsel einhalten. Schwere Lehmböden lassen sich durch das Einbringen von Sand verbessern.



3. Tonboden:

Charakteristik: Schwerer Boden, undurchlässig für Luft und Wasser. Langsame Erwärmung

Vorteile: gute Nährstoffspeicherung


Nachteile: schlechte Wasserableitung, extreme Verhärtung bei Trockenheit, extrem schwer zu bearbeiten.

Erkennungsmerkmale: Tonboden lässt sich kneten und zu Kugeln formen.

Maßnahmen: regelmäßiges Einbringen von Sand und Kompost, Tiefwurzelnde Gründüngung, In schweren Fällen Einbau einer Drainage.

4. Moorboden:

Charakteristik:

Entstanden aus organischen Ablagerungen im Gegensatz zu den anderen Bodenarten. Stark Wasserhaltig, sauer und nährstoffarm.

Vorteile: relativ leicht zu bearbeiten

Nachteile: Sauer und Nährstoffarm

Erkennungsmerkmale: Moorboden lässt sich zusammendrücken wie ein Schwamm ohne zu binden, Verrottete Fasern sind erkennbar.


Maßnahmen: Hochmoorderde muss mit Lehm, Sand, Kalk, Kompost und Gesteinsmehl aufgebessert werden.

Niedermoorerde brauchen keine Zugabe von Kalk.

 

 

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